Steuerstrafrecht

Nach dem Erbfall

Ich habe geerbt

Häufig trifft der Erbfall einen unerwartet oder unvorbereitet. Wer vom Tod eines Angehörigen betroffen wird, muss innerhalb kurzer Zeit zum Teil sehr viele Dinge regeln. Wir stehen Ihnen beratend und begleitend zur Seite. Auf Wunsch übernehmen wir auch vorzunehmende Formalitäten und können Sie in Ihrer Situation entlasten.

Es existiert ein Testament oder ein Erbvertrag

Gibt es ein Testament oder einen Erbvertrag, stellt sich sehr oft die Frage, wie eine solche letztwillige Verfügung zu verstehen ist. Zum Beispiel werden oft die Begriffe „vererben“ und „vermachen“ umgangssprachlich anders gebraucht als in der juristischen Fachsprache. In der Praxis ist deshalb oft nicht eindeutig, was der Erblasser eigentlich gemeint hat. So geht es zum Beispiel um Fragen, wer welche Gegenstände erhält, wer erbt oder wer nur ein Vermächtnis erhält, wie hoch der Erbteil ist, etc. Bei der Auslegung des Testaments ist nicht allein der reine Wortlaut entscheidend. Vielmehr ist immer der wirkliche Wille des Erblassers zu erforschen. Weil es dabei um die Auslegung eines rechtlichen Dokuments geht, kann dies regelmäßig nicht ohne juristische Hilfe erfolgen.

Es existiert weder ein Testament noch ein Erbvertrag

Wenn kein wirksames Testament (oder Erbvertrag) vorliegt, richtet sich die Erbfolge nach den gesetzlichen Vorschriften des BGB. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag „Die gesetzliche Erbfolge und warum sie jeder kennen sollte.

Es gibt mehrere  Erben

Sind Sie mit anderen Personen zusammen Erbe geworden, bilden Sie gemeinsam eine Erbengemeinschaft. Dies bedeutet, dass die Verwaltung des Nachlasses, d.h. sämtlicher Nachlassgegenstände (auch solchen, die einem Miterben laut Testament ausdrücklich zugewiesen sind), grundsätzlich nur gemeinsam erfolgen kann. Die Miterben müssen sich über die Verwaltung und Verteilung einig werden.

Dies ist aber häufig nicht der Fall, denn Erbangelegenheiten sind immer auch Familienangelegenheiten. Und bei Familienangelegenheiten kommt es oft zu starken Emotionen, die eine Diskussion über die Sache überlagen können. So kommt es bei Erbengemeinschaften häufig zu Streit unter den Miterben.

Mit mediativer Kompetenz ausgestattet helfen wir Ihnen, eine kooperative Lösung mit Ihren Miterben zu finden. Falls dies nicht gewünscht oder möglich ist, vertreten wir Ihre Interessen natürlich auch auf rein juristischem Weg.

Was ist mit der Steuer?

Bei jedem Erbfall stellt sich die Frage, ob deswegen eine Steuererklärung abgegeben werden muss. Sie müssen nur dann eine Erbschaftsteuererklärung abgeben, wenn Sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden.

Damit das Finanzamt Sie gegebenenfalls auffordern kann, muss es Kenntnis von Ihrem Erbfall erlangen. Deswegen sieht das Erbschaftsteuergesetz vor, dass grundsätzlich jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb vom Erwerber binnen einer Frist von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Anfall der Erbschaft dem zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen ist (keine Anzeigepflicht besteht z.B. dann, wenn zweifelsfrei feststeht, dass Sie später keine Erbschaftsteuer werden zahlen müssen, insbesondere bei Eingreifen der Freibeträge).

Sie möchten wissen, ob Sie Ihre Erbschaft gegenüber dem Finanzamt anzeigen müssen? Oder Sie wurden bereits vom Finanzamt aufgefordert, eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben? Wir helfen Ihnen gerne!

Ich bin enterbt – was nun?

Durch ein Testament können Verwandte, Ehegatten oder Lebenspartner, die sonst gesetzlich erben würden, enterbt werden. Dabei muss dies im Testament nicht ausdrücklich – z.B. mit den Worten „Hiermit enterbe ich mein Kind X“ – geschehen. Ein gesetzlicher Erbe wird immer dann enterbt, wenn er im Testament nicht als Erbe aufgeführt ist (z.B. wenn man seinen Partner als alleinigen Erben einsetzt und die Kinder nicht als Erben benannt sind).

Pflichtteil

Wenn Sie als gesetzlicher Erbe enterbt wurden, kann Ihnen zum einen ein Recht auf den sog. Pflichtteil zustehen. Der Pflichtteil sichert nahen Angehörigen eine Mindestbeteiligung am Nachlass in Höhe der Hälfte des Teils, den sie nach dem Gesetz erben würden, wenn kein Testament vorhanden wäre. Bin ich pflichtteilsberechtigt und wie bekomme ich meinen Pflichtteil?

Anfechtung

Unter bestimmten Umständen kann ein Testament auch angefochten werden. Welche Umstände sind dies und wie funktioniert das?

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Unsere aktuellsten Beiträge zum Thema Erben & Vererben:

Wann muss ich eine Schenkung- oder Erbschaftsteuererklärung abgeben?

Nach dem Gesetz kann das Finanzamt von jedem an einem Erbfall oder an einer Schenkung die Abgabe einer Schenkung- oder Erbschaftsteuererklärung innerhalb einer von ihm zu bestimmenden Frist verlangen. Das heißt, dass eine Schenkung- oder Erbschaftsteuererklärung grundsätzlich nur dann abgegeben werden muss, wenn einen das Finanzamt dazu auffordert.

Vorsicht bei sog. Pflichtteilsstrafklauseln

Pflichtteilsstrafklauseln sollen den überlebenden Ehegatten/Lebenspartner davor schützen, dass die enterbten Kinder aufgrund ihrer Nichtberücksichtigung im ersten Erbfall Pflichtteilsansprüche geltend machen können. Jedoch kann es gerade steuerlich sinnvoll sein, dass die Kinder ihre Pflichtteilsansprüche geltend machen.